Donnerstag, 24. Januar 2013

Eine Beerdigung || paar Tage in der neuen Familie

Gestern war ich mit meinem Bruder auf der Beerdigung unseres Schuldirektors.
Ich war vorher noch nie auf einer Beerdigung (zum Glück, kann man wohl sagen), und es ist auch definitiv nichts, was mir behagt. Der Friedhof war in Heredia; es war ein einziges großes, rechteckiges Feld, bedeckt mit Gräbern, diese sahen aus wie langgestreckte Kartons, so wie sie jeweils 1 Meter aus dem Boden in die Höhe schossen.
Nicht alle Schüler waren da, nur 4 aus meiner Klasse und dann noch eine Hand voll aus der Stufe über uns. Natürlich die komplette riesen-Familie (Costa-Rica mit tausend Kindern, wie immer halt).
Ein paar Menschen haben sich um den Sarg gedrängt, einige auf ihm gelegen und geweint (bitterlich laut...) und teilweise haben sie den Sarg auch geöffnet. Mein Bruder und ich haben uns dabei sehr zurück gehalten und standen abseits davon, einige Schüler allerdings (darunter meine ehemalige Gastschwester haben sich dazu gedrängt, eine Blume auf den Sarg gelegt und na ja, ich will denen jetzt nichts unterstellen, nur wirkte das nicht besonders ehrlich, wie sie da zwischen den betroffenen standen und - ach, ist ja auch egal.
Wir haben geholfen die Blumenkörbe zu dem Grab zu tragen - es war ein Haufen an Blumenkörben ...
Kurz gesagt: meine erste Beerdigung war für mich sehr unpersönlich, war halt mein Direktor. Ich habe ein paar Mal meinen Sportlehrer umarmt und auf die Wange geküsst (der Direktor war sein Vater) und das selbe auch bei unserer Schulsekretärin, so wie die meisten Schüler es gemacht haben. Aber ich war sehr überrascht wie hart das einige Schüler mitgenommen hat. Ich weiß ja, dass die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler in Costa Rica generell sehr anders ist als in Deutschland (Deutschland: distanziert - Costa Rica: deine Lehrer sind deine besten Freunde mit denen du dich teilweise in deiner Freizeit triffst).
Na ja, egal jetzt - genug von dem Thema.

Ich bin jetzt 4 Tage in meiner Neuen Familie in San José. Genauso, wie hier meine Beziehung zu der Familie ist, habe ich mir die Beziehung zwischen Gastschüler und Gastfamilie ausgemalt. Dass man wirklich zu der Familie dazu gehört, nicht nur mit ihr in einem Haus lebt.
Ich habe einen Gastbruder, Pablo, und Gastmutter und Gastvater. Mein Bruder hat noch andere Geschwister, allerdings wohnen die nicht mehr zu Hause.

Deutschland fehlt mir! ♥

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